Der Goldene Kreis
Städte der zweiten Reihe in Brandenburg
Was, wenn die Antwort auf die Wohnungsfrage im Ring um Berlin liegt?
Ein Stadtkonzept für die Region Berlin-Brandenburg — und ein Modell für Metropolregionen weltweit.
Wohnen in Berlin ist zur Preisfrage geworden. Die Flächen sind vergeben, die Mieten steigen schneller als die Löhne, und neue Wohnungen entstehen dort, wo der Boden am teuersten ist.
Achtzig Kilometer weiter stehen Häuser leer. Es gibt Flächen, es gibt Bahnanschluss, es gibt Menschen, die etwas aufbauen wollen. Was fehlt, ist keine Machbarkeit — es fehlt der Entschluss, dort hinzuschauen.
Diese Städte im Ring um Berlin nennen wir den Goldenen Kreis. Sie sind eine Lösung für dezentrale Entwicklung. Sie sind Orte mit eigener Geschichte, eigener Industrie, eigenem Maß — und mit Platz für eine andere Art zu bauen.
Für uns heißt das: genossenschaftlich statt spekulativ. Generationenübergreifend statt durchsortiert. Barrierefrei, weil eine Stadt für alle da ist. Bestand umbauen, statt Boden zu verbrauchen. Das sind zum Beispiel unsere Projekte im Havelland und in der Prignitz und ausgewählte Heterotope (Akupunkturpunkte).
Die Internationale Bauausstellung 2034 ist der Anlass, Berlin und Brandenburg als die eine Region zu begreifen, die sie sind.
Die IBA 2034 ist der Anlass, gemeinsam zu bauen, und die produktive Verbindung zwischen Stadt und Land.
Ein Stadtkonzept, das nicht bei null anfängt.
Die Städte gibt es schon.
Kein Neubau auf der grünen Wiese, keine Retortenstadt. Rathenow, Brandenburg, Neuruppin, Cottbus — sie haben Bahnhöfe, Schulen, Zentren, Geschichte. Was fehlt, ist nicht Substanz, sondern Aufmerksamkeit.
Der Druck ist schon da.
Berlin verdichtet sich, Flächen werden knapp. Der Impuls muss nicht erzeugt werden — er entsteht von selbst. Die Frage ist nur, ob er ungesteuert versickert oder gelenkt wird.
Beide Seiten gewinnen.
Die Metropole wird entlastet, die zweite Reihe bekommt Entwicklung. Kein Nullsummenspiel, kein Wettbewerb — eine Arbeitsteilung, die es so schon einmal gab.
Der Maßstab stimmt.
Diese Städte sind groß genug für Infrastruktur und klein genug, dass man sie in einer Stunde durchquert. Genau darin liegt die Qualität, die Metropolen verloren haben.
Es braucht keine Abrissbirne.
Gezielte Eingriffe statt Flächensanierung — Akupunktur statt Operation. Leerstand wird zur Ressource, nicht zum Problem. Das ist schneller, günstiger und respektiert, was da ist.
Das Modell ist übertragbar.
Berlin-Brandenburg steht beispielhaft für viele Metropolregionen weltweit: innen Verdichtung, außen Leerstand. Was hier funktioniert, funktioniert auch anderswo — und das macht aus einer Regionalfrage eine internationale.
Lange übersehen.
Die Metropolen verstopfen. Die Städte der zweiten Reihe rücken in den Blick.
Die Landschaft | Städte in Brandenburg werden im Kontext von Natur, Identität, Kultur, Produktion und Innovation zunehmend wichtig. Als menschengerechte Räume ermöglichen sie eine neue Beziehung zwischen Menschen und Umwelt. Mittelstädte – lange vernachlässigt – rücken wegen der Überlastung großer Ballungsräume zunehmend in den Fokus.
Ein goldener Kreis.
Sie liegen im Ring um Berlin — und entwickeln sich eigenständig.
Sie bilden einen ‚Goldenen Kreis‘ um Ballungsräume wie Berlin und entwickeln sich entgegen früherer Prognosen dynamisch und eigenständig. Der Goldene Kreis besteht aus Städten der zweiten Reihe. Sie sind die eigentlichen Leistungsträger, die die Metropolen versorgen. Sie sind dezentrale Motoren mit hoher Lebensqualität und menschlichem Maß.
Gestern | Heute | Morgen.
Eigene Identität statt Nachbau der Metropole.
Hier finden sich eigene Identitäten und das Potenzial, ‚Gestern | Heute | Morgen‘ zu verbinden. Mittelstädte sind der potenzielle Entwicklungsraum von heute und morgen und können auf das Gestern zurückgreifen.
Stadt und Land.
Das Havelland als Folge von Stadt und Land.
Mit ihrem Wechsel von Stadt und Land | Land und Stadt bietet die Region Havelland einen hochwertigen Lebensraum, der durch gezielte, akupunkturartige Eingriffe erschlossen und aufgewertet werden muss.
Der Siedlungsstern.
Die IBA 2034 als Werkzeug, um das systematisch zu gestalten.
Sobald diese Entwicklung und die Stärkung der Mittelstädte fortgeschritten ist, kann der Siedlungsstern zum Leben erwachen. Vor diesem Hintergrund bietet die Internationale Bauausstellung 2034 (IBA34) eine historische Chance, diese Entwicklung systematisch zu gestalten.
Eine produktive Ergänzung.
Nicht Alternative zur Metropole — ihre Ergänzung.
Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg ist beispielhaft für viele Metropolregionen weltweit: Während Berlin unter Verdichtung und Flächenknappheit leidet, verfügen ländliche Gebiete in Brandenburg über Leerstände, experimentierfreudige Akteure und vielfältige Entwicklungsflächen. Die IBA34 kann diesen Regionen zu größerer Sichtbarkeit verhelfen und einen kooperativen Zukunftsraum zwischen Stadt und Land eröffnen – nicht als Alternative zur Metropole, sondern als produktive Ergänzung.


